Negativergebnisse von Vermögensverwaltungsfonds in 2018

„Die Zinsen bleiben für immer niedrig oder so lange, bis das Schuldenproblem gelöst ist. An dieser Prognose halte ich fest“

Bert Flossbach

Renditeerwartung trotz Börsenflop erfüllt

2018 war ein miserables Börsenjahr. 75% der 2.000 größten Aktien weltweit fielen um mindestens 20%. Deutsche Aktienfonds verloren oft stärker als der Kurs-DAX (-21%). Selbst die oftmals gelobten Vermögensverwaltungs- bzw. Mischfonds mit ihren namhaften Starmanagern fuhren Verluste von bis zu 15% ein. Dass insbesondere der Dezember an den Aktienmärkten desaströs verlief, war dem Fed-Präsidenten Jerome Powell geschuldet, der bei der siebten Leitzinserhöhung in Folge wenig Sachverstand und Sensibilität bewies. Der Vermögensverwalter Dr. Jens Erhardt brachte es in der aktuellen Finanzwoche auf den Punkt: „In einer Situation international deutlich rückläufiger Konjunkturindikatoren und unter dem US-Inflationsziel liegender Teuerungsrate Bremsmaßnahmen bis ins Jahr 2020 anzukündigen, beweist, dass der Mann eine Fehlbesetzung ist und Trump keineswegs mit seiner Kritik immer falsch liegt“. Dieses aktuelle Beispiel beweist einmal mehr die hohe Sensibilität von Finanzmärkten, wodurch auch die besten Fondsmanager keine verlässlichen positiven Renditen in Aussicht stellen können. Fonds Professionell veröffentlichte diese Woche die ernüchternden Ergebnisse bekannter Vermögensverwaltungsfonds.

Staatsverschuldung: Kein politisches Interesse an hohen Zinsen

Die US-Leitzinserhöhung im Dezember 2018 veranlasste manche Kommentatoren zu der Aussage, dass die USA damit die internationale Zinswende eingeleitet habe. Vor dem Hintergrund der hohen Staatsverschuldung von 22 Billionen USD bzw. 108% des Bruttoinlandprodukts, wären höhere Zinsen allerdings nicht finanzierbar. Jeder Anstieg der Zinsen um 1% würde Amerikas Defizit um circa 220 Milliarden Dollar jährlich erhöhen. Bereits heute zahlen die USA rund 600 Milliarden USD pro Jahr nur an Zinsen. Bei einem Zinsniveau von 5%, das dem historischen Durchschnitt entspricht, würden die Zinszahlungen auf weit über 1 Billion USD pro Jahr ansteigen. Mittlerweile relativierte Jerome Powell – nach Meinung vieler Marktbeobachter der schlechteste FED-Präsident der letzten 50 Jahre – seine Absichtserklärung weiterer Zinsschritte, indem er künftig nicht mehr per „Autopilot“ bremsen, sondern auch Konjunktur und Börse in seine Entscheidungen einbeziehen, wolle.

Auch die EZB kann kein Interesse an steigenden Zinsen haben. Dazu der Anlageprofi Bert Flossbach gegenüber dem Handelsblatt: „Die Zinsen bleiben für immer niedrig oder so lange, bis das Schuldenproblem gelöst ist. An dieser Prognose halte ich fest“. Die Hauptprofiteure der Niedrigzinspolitik sind die Euroländer der EZB, allen voran Deutschland, Frankreich und Italien. Laut einer Aufstellung der Bundesbank, die der FAZ vorliegt, haben Bund, Länder und Gemeinden von 2008 bis einschließlich 2018 dadurch nahezu 370 Milliarden Euro gespart. Frankreich sparte beim Schuldendienst 350 Milliarden Euro und das hoch verschuldete Italien 262 Milliarden Euro. Alle Euroländer zusammen kamen in den letzten 10 Jahren auf eine Ersparnis von 1,4 Billionen Euro, was mehr als ein Zehntel des gesamten Bruttoinlandproduktes (BIP) der Eurozone ausmachte.

Geldanlage in Stabilität und Substanz: Realistische Renditeerwartung mit festen Zinszahlungen 

„Die deutschen Kapitalanleger verlieren“, so der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Dr. Clemens Fuest. Über 40% des privaten deutschen Geldvermögens (2,50 Billionen Euro) bestehen aus Bargeld oder liegen auf Spar- und Tagesgeldkonten. Laut einer Studie DZ Bank seihen dadurch zwischen 2010 und 2018 rund 533 Milliarden Euro an entgangenen Zinserträgen verloren gegangen. Die durchschnittliche Verzinsung auf Tagesgeldkonten beträgt laut Bundesbank derzeit 0,02% p.a. Vor allem Direktbanken versuchen hier Zinssätzen von z.B. 0,50 bis 1,00% p%.a. zu punkten. Hier gilt es aber besonders auf die Bedingungen hinzuschauen wie z.B. Einschränkung auf Neukunden, betragsmäßige und/oder zeitliche Begrenzung, Koppelung an Wertpapiergeschäfte, Bonität und Sitz der Bank, Einlagensicherung usw. Oftmals handelt es sich dabei um Marketingmaßnahmen (v.a. je höher der Zinssatz ist), die jedoch aufgrund ihrer Subventionierung nicht von langer Dauer sein sollten.

Das German Real Estate ETP erzielte zum Jahresende eine Rendite von 6,63% p.a. Die Emittentin der Immobilien-Anleihe investiert in marktgängige Bestands-Wohnimmobilien und generiert seine Einnahmen aus Mieteinnahmen und Veräußerungserlösen. Jährlich zum 20.04. werden mindestens 3,00% Zinsen an die Anleger ausgeschüttet, das ist sicher. Hinzu kommt eine Erfolgskomponente in Form von Sonderausschüttungen und/oder Kurszuwächsen, die zusammen mit der Mindestausschüttung die Zielrendite von 5,00% bis 7,00% p.a. ergeben. Diese Werte stellen aufgrund der nachhaltigen und kapitalmarktneutrale Anlagestrategie eine realistische und fundierte Einschätzung des Managements dar.

2019-06-05T08:53:50+01:00

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